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24 – S07E12

Diese Stunde ist mal wieder ein perfektes Beispiel für die nicht vorhandene Realität der Serie. Für die Handlung wird auf jegliches Stück erklärbares Material verzichtet, dafür entschädigen uns die Produzenten mit Action und Spannung der höchsten Güte. Inzwischen sollte man ja nicht mehr über die Unlogik in 24 sprechen, vor allem, weil die Serie sich schon in ihrem siebten Jahr befindet. Jedoch ist es immer wieder erstaunlich, wie exakt die Autoren auf die Realität pfeifen und mich immer wieder zum Augenrollen bringen. Aber den Autoren möge dies verziehen seien, denn diese Folge war Thriller at its best.
Ein großer Vorteil der 7PM-Stunde ist es, dass sich auf eine große Handlung konzentriert wird – Juma’s Invasion des Weißen Hauses – und ganz nebenbei eine neue Story einleitet und Jon Voight vor die Linse bringt. Na endlich!

Renee hat herausgefunden, dass Juma’s Ziel das Weiße Haus ist. Nachdem sie vom Boot ins Wasser gesprungen, ans Ufer geschwommen ist und von Dubaku’s Sohn Laurent (Arjay Smith) mit einer Maschinenpistole in der Hand verfolgt wird, stehen sich beide nach langem Laufen gegenüber und Renee versucht Laurent von der Benutzung der Waffe abzureden, indem sie ihm erläutert, dass sein Vater getötet wurde. Ich wurde ein wenig stutzig, woher Renee die ganzen Informationen eigentlich hatte, aber vielleicht habe ich die letzte Folge auch nur unaufmerksam geguckt und verpasste, wie sie an den Namen von Dubaku’s Mörder kam und woher sie wusste, dass der Soldat, der vor ihr steht, Dubaku’s Sohn ist. Aber immerhin hat diese Ablenkung ein wenig geholfen und Renee konnte Laurent eins mit der Schaufel geben. Larry kommt derweil zur Rettung, tötet Laurent (mal wieder innerhalb weniger Stunden wurde eine komplette Familie getötet – wie so häufig bei 24), rettet Renee und erfährt, dass das Weiße Haus in Gefahr ist.

Im eben diesen befindet Jack sich in Gewahrsam, nachdem er Ryan Burnett folterte und von der Präsidentin genau zu dem Zeitpunkt unterbrochen wurde, als Ryan anfing, alles zu verraten. Ein paar Meter unter ihnen lauert Juma mit seinen Männern – bereit, die Sicherheitsmaßnahme(n) des Gebäudes zu durchbrechen und zur Präsidentin zu gelangen. Hilfe haben sie dabei von einem ihrer Kameraden, der im Gebäude als Hausmeister (oder etwas Ähnliches) arbeitet und seinen Arbeitskollegen tötet. Gleichzeitig schaltet er für den Zeitraum von zwei Minuten (viel zu viel für 24) Bewegungssensoren aus, damit Juma und sein Team sich durch eine Wand treten können und somit ins Weiße Haus gelangen.
Und wenn ich so sagen darf, sind sie recht simpel ins Gebäude gekommen. Nur ein einziges Sicherheitshindernis lag ihnen im Weg; wenn es so einfach ist, ins Gebäude zu kommen will ich auch da rein ;-) Danach machen sie sich auf, die Securityguards zu erschießen, und zwar einen nach dem anderen. Zudem wissen sie, wer wo ist, da jeder, der sich im Weißen Haus befindet, einen Sensor trägt. Dadurch wissen sie, dass Präsidentin Taylor sich gerade im Oval Office aufhält. Und ich finde es immer noch interessant, dass im Weißen Haus rein gar nichts los ist. Wo sind die tausend Leute hin, die dort angeblich arbeiten und ständig durch die Gänge laufen. Warum kann Juma ununterbrochen IM FLUR mit seinem Team die Lage besprechen und so mir nichts dir nichts die Securityguards töten, ohne, dass es sofort klar wird, dass das Weiße Haus angegriffen wird. Wieso müssen alle erst davon erfahren, als Larry Moss Bill über Telefon bescheid gibt, dass diese Aktion gerade läuft?
Naja…
Jedenfalls gibt es Jack die Möglichkeit, die Handschellen loszuwerden, eine Waffe zu bekommen und Bill tatkräftig zu unterstützen. Und so schnell, wie die ganze Situation sich zusammenspitzt, hat Jack bald die Präsidentin an seiner Seite und ist mit ihr zusammen im Lockdown, während Bill versucht, Juma’s Leute von ihr wegzulocken und die Secret Service-Agenten sich in einer (nicht gerade wilden) Schießerei befinden.
Ja, so spannend die Szenerie auch gerade ist, sie ist derbst unlogisch. Irgendwie gibt es diese Fälle in dieser Staffel häufiger als sonst, was dieses Mal wohl daran liegt, dass diese für den Anlauf großer Storys gebraucht werden, statt für einfache Szenen, in denen mal schnell ein Terrorist oder ein Agent getötet wird.

Der Stand der Dinge: Präsidentin Taylor und Jack in Lockdown, Aaron und Taylor’s Tochter Olivia verstecken sich im Gebäude, Juma’s Armee versammelt die Geiseln zusammen, darunter Bill, Senator Meyer (der sichtlich angepisst zu sein scheint, weil er wegen Jack Bauer im Weißen Haus ist und nun eine Geisel sein darf), der Stab der Präsidentin. Mir kommt sofort der Gedanke, dass Juma anfängt Geiseln zu töten, sollte die Präsidentin nicht aus dem Sicherheitsraum herauskommen. Jedoch scheint er keine einzige Sekunde darüber nachzudenken und sucht einen anderen Weg. Irgendwie unbegreiflich, warum die Autoren die Securitys in Redshirts verwandelten, aber nicht die Geiseln. Dabei wäre ein solcher Moment sicherlich ein gelungener Schocker gewesen.
Nein, stattdessen (aber doch irgendwie genauso gut) fängt Juma an zu telefonieren und erreicht Jonas Hodgens (Jon Voight), der endlich seinen Staffel-Auftritt hat. Und (fast) wie in jeder Staffel wird uns der eigentliche Season Enemy in Staffelmitte präsentiert. Und ich hoffe, es bleibt bei Jon Voight, denn er ist einer der Darsteller in Hollywood, der das Talent hat, Bösewichter perfekt zu spielen. Und wenn es doch noch einen höhreren Bösewichten als Hodgens gibt, dann ist er/sie hoffentlich genauso böse wie Voight.
Hodgens gibt Juma die Information, dass Olivia Taylor sich im Gebäude befindet und dass sie für die Präsidentin Grund genug sein wird, die Tür zu offnen. Wie es der Zufall will, suchen Aaron und Olivia einen Weg aus dem Weißen Haus, werden jedoch von Juma’s Männern gefunden, bevor Olivia Lichtzeichen mit der Taschenlampe zum FBI geben konnte, die derweil vor dem Gelände Stellung bezogen haben und beratschlagen, ob es sinnvoll ist, das Gebäude zu stürmen, wenn nicht klar ist, dass die Präsidentin sich im Lockdown befindet (der Vizepräsident Hayword, verkörpert von Cameron Daddo, sagte jedoch “Nein” zur Stürmung des Weißen Hauses).

Olivia ist nun in der Gewalt von Juma, Aaron wurde angeschossen (er wird es überleben, er überlebte auch Season 5) und befindet sich unter den Geiseln. Da Juma weiß, dass die Präsidentin durch ihre Bildschirme und Kameras auf das Geschehen außerhalb ihres Schutzraumes Zugang hat, beschließt er, Allison zu drohen. Wenn sie nicht aus dem Lockdown kommt, wird er Olivia’s Augen herausholen, dann ihre Zunge.
Schade, dass er es nicht zur Veranschaulichung getan hat, denn die Serie braucht wieder mehr Schocker, und zwar dringend. Denn irgendwie reichen Spannung und Action allein nicht aus, um mich vollständig zu unterhalten. Es fehlen einfach die Momente, wie zum Beispiel in Staffel fünf, als Edgar starb. Die Invasion des Weißen Hauses war insofern kein Schocker für mich, da ich anfangs gespoilert war und sich diese Storyline durch die komplette letzte Folge angekündigt hat. Aber zum Glück ist es noch nicht langweilig geworden und mit der Unterhaltung zwischen Juma und Hodgins, in der es um eine Lieferung geht, wird eine neue Story vorbereitet. Immerhin gibt es keine aktuelle Bedrohung und die Invasion des Weißen Hauses kann keine zwölf Folgen dauern. Da könnte man gleich Stirb langsam 5 drehen.
Amerika muss einfach in Gefahr sein, um Jack Bauer handeln zu lassen. Und wenn dafür eine völlig neue Story herhalten muss, soll mir das recht sein. Betrachtet man die Prämisse am Anfang der Staffel, ist man doch wieder erstaunt, wie schnell sich die ganze Geschichte ändert.
Geht es denn überhaupt noch um Sangala?

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