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99 Movies in 2009: (16) W.

Worum geht’s?

Das Leben des George W. Bush, der 43. Präsident der Vereinigten Staaten. Angefangen von seiner Immatrikulierung in Yale bishin zu seiner Arbeit im Oval Office und darüber hinaus. Seine Probleme mit seinem Vater begleitend, die erste Begegnung mit der zukünftigen First Lady, der Aufstieg des George Bush juniors vom nichtssagenden jungen Studenten, der nicht in die Fußstapfen seines Vaters treten will, über die Position des Gouverneurs von Texas bishin zu seiner Präsidentschaft.

Wer spielt mit?

Josh Brolin (George W. Bush)
James Cromwell (George H.W. Bush)
Elizabeth Banks (Laura Bush)
Scott Glenn (Donald Rumsfeld)
Thandie Newton (Condoleezza Rice)
Jeffrey Wright (Colin Powell)
Richard Dreyfuss (Dick Cheney)
Ellen Burstyn (Barbara Bush)

Regie: Oliver Stone
Drehbuch: Stanley Weiser

Gesamteindruck

“A life misunderestimated” – wenn man den Film an sich betrachtet, könnte man meinen: “A life boring like hell”. Ein Film, der nur gedreht wurde, weil er einen interessanten und fragwürdigen Charakter anzubieten hat, dessen Leben angeblich jeden interessiert. Nur irgendwie war das Leben von George W. Bush öde, langweilig, uninteressant, ohne große Überraschungen, spannungsarm… Soll etwa so die “Legende” des unbeliebtesten US-Präsidenten der Geschichte weiterleben? Der Film war dermaßen haltlos und langweilig-aalglatt inszeniert, dass es sich nicht lohnt, darüber sehr viele Wörter zu verlieren.
Mit Oliver Stone konnte ich mich bisher noch nie richtig anfreunden. Seine Filme sind für mich entweder zu extravagant, es mangelt an identifizierbaren Charakteren oder ich kann mit der Story nichts anfangen. Seine Filme sind meist so kompliziert und inhaltsvoll dargestellt, dass die Story im Verlaufe seiner Zeit nicht mehr richtig hinterherkommt und nur noch aufs Visuelle setzt. Oder auf Charaktere, die noch so die seltsamsten Veränderungen durchmachen. W. hat gar nichts davon und ist damit wohl oder übel einer der unwichtigsten und inhaltslosesten Filme des noch jungen Jahrtausends. Für Oliver Stone eine kleine Fingerübung; für die Darsteller kein Meilenstein in ihrer Vita (wenn wir mal von Josh Brolin absehen); für Produzenten und Mitarbeiter des Films leicht verdientes Geld; für alle und Jedermann nur ein einfacher Job, als würden sie für ein paar Wochen als Aushilfe in einem Supermarkt arbeiten.

Die Charaktere sind alle aus der Wirklichkeit bekannt und kommen auch in dem Film vor, doch fehlt wirklich bei jedem eine Entwicklung. Die interessantesten Charaktere sind noch Bush junior und seine Familie, speziell sein Vater, der Rest jedoch ist dermaßen uninteressant, dass die Personen total in Desinteresse baden würden, wenn der Film eine fiktive Story hätte. Das gilt für Bush’s Staff im Weißen Haus, genauso wie für die Leute um ihn, die ihn vor der Zeit als US-Präsident begleiteten – seine Frau, seine Freunde, seine Kampagnenhelfer. Von einigen sind noch nicht mal die Namen bekannt oder schnell wieder vergessen und trotzdem haben sie fast um die zehn Minuten Screentime – oder wurden mit einem bekannten Hollywood-Gesicht besetzt.
Die Story ist ebenfalls aus der Wirklichkeit bekannt und erzählt das nach, was wir entweder schon kennen, oder was aus Bush’s Biografie bekannt ist. Wie schon gesagt, ist die Problematik zwischen Bush senior und Bush junior die interessantere Story, in der Stone auch viel Zeit investierte. Der Rest wirkt jedoch wie ein Fremdkörper und ist dermaßen langweilig, dass der Film zwischen den Vater/Sohn-Problemen das Problem hat, den Zuschauer zu unter- und deren Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten.
Das Genre – ja, es ist eine Biografie, aber hat es ein bestimmtes Genre? Es ist kein richtiges Drama, dazu war die Vater/Sohn-Problematik nicht explizit genug dargestellt; Probleme in Bush junior’s Leben wurden gar nicht erörtert. Ein politisches Drama ist es ebenfalls nicht, weil Stone nur die Irak-Politik aufgreift und auf Infos aus der Geschichte pocht, die wir schon kennen. Schön, dass die altbekannte Folterthematik aufgegriffen wird; schön, dass Bush’s Gewissensbisse aufgegriffen werden, als der den Irak angreifen lässt; schön, dass es Originalbilder von der Invasion zu sehen gibt – alles ist jedoch unwichtig für die Entwicklung der Charaktere und Story, da es nur Gimmicks sind, um den Zuschauern bekannte Bilder und Informationen vorzuspielen. Eine Komödie ist der Film ebenfalls nicht, obwohl das Leben vo Bush junior sicherlich einige komische Elemente zu bieten hat. Im Prinzip ist der Film genrelos – noch ein Grund, warum der Film so langweilig wirkt.

Um es in kurzen Sätzen zu beenden: Der Film ist gut gemacht, hat namenhafte Darsteller, ist langweilig, nichtssagend und unwichtig. Oliver Stone stellte sich weder gegen Bush noch für Bush. Es ist einfach nur ein Bush-Film. Mit Ausnahme von Josh Brolin, der in seiner Rolle vollstens aufgeht, sind die Darsteller austauschbar und zeigen keinerlei Talente (wie auch, bei den nichtssagenden Charakteren?). Die Story ist genauso austauschbar und hätte in einer 40-minütigen The West Wing-Folge besser reingepasst. Die kurzen Diskussionen, die im Film geführt wurden, sind haltlos, weil uninteressant. Die Musik, die in einigen Szenen untergebracht wurde, war katastrophal und lässt den Film alles andere als dramatisch wirken (speziell die Originalaufnahmen von der Irak-Invasion). Der Film im Großen und Ganzen war einfach nur blah.

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